Digitale Programmführer (1): TV-Browser
Heutzutage ist so vieles digitalisiert. Nur die Programmzeitschrift kaufen wir uns noch in gedruckter Form am Kiosk. Aber warum eigentlich? Denn es gibt eine Vielzahl an elektronischen Fernsehzeitungen für den Computer – sogar kostenlos. Zwei Vertreter von ihnen möchte ich Ihnen in diesem und dem folgenden Beitrag vorstellen.
Das erste Programm ist der “TV-Browser“. Über das Internet bietet er eine Übersicht über mehr als 500 Sender aus zehn Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien, Österreich und die Schweiz. Allerdings wird nicht nur auf das Fernsehprogramm ausgegeben, sondern auch Radio-Sendungen, Kino-Vorführungen und sonstige Veranstaltungen. Leider sind solche Veranstaltungs-Informationen jedoch nur sehr spärlich vertreten; hier ist sicher noch einiges Potenzial vorhanden.
Der große Vorteil von digitalen Programmzeitschriften gegenüber ihren gedruckten Konkurrenten ist, dass Sie selbst die Auflistung der Programme beeinflussen können und so die ganzen “überflüssigen” Sender einfach ausblenden können. Beim “TV-Browser” werden Sie beim ersten Start dazu aufgefordert. Wie oben schon erwähnt, greift er auf über 500 Programme zurück, was natürlich auch ein wenig der Übersichtlichkeit schadet. Deshalb ist es praktisch, dass man verschiedene Filter bei der Auswahl zur Verfügung hat. So können Sie nur die Sender eines Landes anzeigen lassen und die Suche zum Beispiel auf Sportkanäle beschränken.
Ebenso wird es Ihnen in Zukunft schwer fallen, Ihre Lieblingssendung zu verpassen. Denn Sie können diese im “TV-Browser” eingeben und werden dann zu festgelegten Zeitpunkten daran erinnert. Diese Suche funktioniert auch nach einzelnen Wörtern, die zum Beispiel nur in der Beschreibung auftreten (Schauspieler, Regisseure usw.). Natürlich muss für die Erinnerungs-Meldungen auch der “TV-Browser” laufen. Deshalb könnte es Sinn machen, ihn automatisch mit Windows starten zu lassen.
Ähnlich wie bei digitalen Satellitenreceivern können Sie auch im “TV-Browser” eine Übersicht aufrufen, welche Sendung gerade auf welchem Kanal läuft. Mit Hilfe von Balken sehen Sie auch, wie lange die Sendung noch läuft und ob es sich überhaupt noch lohnt, den Fernseher einzuschalten. Allerdings wird nicht ein Sendersignal ausgelesen, sondern die Zeitrechnung richtet sich nach den zur Verfügung stehenden Informationen und der Uhrzeit, die auf Ihrem Computer eingestellt ist.
Der “TV-Browser” ist eine Open Source-Software, das heißt an der Entwicklung waren bzw. sind unzählige Entwickler beteiligt. Dies hat sowohl Vorteile als auch Nachteile. Der große Vorteil ist natürlich, dass die Software deshalb kostenlos angeboten werden kann. Ein Nachteil ist jedoch, dass es dadurch kaum detaillierte Informationen zu Sendungen der Privatsender gibt, da diese die Informationen durch eine Gebühr schützen.
Hier kommt jedoch wieder der Vorteil von Open Source ins Spiel. Denn es gibt ein Plugin für den “TV-Browser” mit dem die Benutzer selbst Beschreibungen zu den Sendungen verfügbar machen können. Es gibt auch ein kommerzielles Plugin, das Ihnen ständig redaktionell geprüfte Informationen zu den Privatsendern verfügbar macht. Fest im Programm integriert ist jedoch eine Bewertungsfunktion. Dadurch können Sie – nach einer Registrierung – auch Sendungen bewerten und damit diese anderen Benutzern empfehlen oder vom Ansehen abraten.
Wie schon gerade angeführt, können Sie mit Plugins die Funktionalität von “TV-Browser” erweitern. Das System erlaubt allerdings auch die optische Umgestaltung durch Themes, die Sie auf der Herstellerseite finden. Trotz dieses großen Funktionsangebotes ist der “TV-Browser” kostenlos – allerdings würden sich die Entwickler sicherlich über eine Spende freuen, wenn Ihnen das Programm gefällt.
Übrigens ist der “TV-Browser” auch für Mac OS verfügbar.
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