Supercomputer erobern den Alltag
cid Düsseldorf – Einst waren Supercomputer Forschungsprojekten, Regierungen und den Militärs vorbehalten. Inzwischen erobern Großrechner zunehmend andere Bereiche, denn in vielen Wirtschaftszweigen und auch in der Medizin müssen immer größere Datenmengen verarbeitet werden.
In modernen Operationssälen sind bereits jetzt bildgebende Verfahren im Einsatz, die computergestützt sind. Durch eine hohe zur Verfügung stehende Rechenleistung können Ärzte während eines chirurgischen Eingriffs virtuelle dreidimensionale Modelle von Organen des Patienten betrachten. Großrechner können die anspruchsvolle Aufgabe bewältigen, die nötigen Datenmengen für die Mediziner in Echtzeit aufzubereiten.
Auf den Finanzmärkten sind Supercomputer dafür zuständig, das komplexe Zusammenspiel der Aktienkurse im In- und Ausland “im Auge” zu behalten.
Daraus Tendenzen für den internationalen Finanzhandel abzuleiten, ist für Mitarbeiter der Finanzwelt von enormer Bedeutung. Bei den entsprechenden Analysen sind ihnen häufig Großrechner behilflich.
In der Industrie übernehmen Supercomputer eine Reihe von Aufgaben, die sogar Menschenleben retten können. So simulieren sie etwa in der Automobilindustrie Auffahrunfälle oder überprüfen virtuell Werkstoffe für den Flugzeugbau. Auch Strömungswerte von Fahrzeugen können mit den Großrechnern durch Rechenmodelle ermittelt werden, so dass sich der Kraftstoffverbrauch durch entsprechende Konstruktionen senken lässt.
Darüber hinaus werden Großrechner von der Unterhaltungsbranche verwendet, um zum Beispiel Kino-Kassenschlager wie “Ice Age” oder “Shrek” herzustellen.
Den Helden dieser Filme hauchen die leistungsstarken Rechner Leben ein, indem sie Bild für Bild berechnen und fantastische Welten simulieren. Obwohl die Rechner sehr leistungsstark sind, braucht die Fertigung eines computeranimierten Kinofilms etliche Monate, denn die zu verarbeitenden Datenmengen sind enorm.
Unter dem Begriff Supercomputer ist ein Rechner zu verstehen, der extrem viele Rechenoperationen pro Sekunde, sogenannte “Floating Operations Per Second” (flop/s), bewältigen kann. Die schnellsten Supercomputer der Welt können derzeit weit über 100 Billionen flop/s leisten. Bei seiner Einführung ist ein solcher leistungsstarker Rechengigant normalerweise am oberen Ende dessen angesiedelt, was sich technisch realisieren lässt. Noch vor einigen Jahrzehnten waren Supercomputer so groß wie ganze Wohnzimmer. Zudem kosteten sie unvorstellbar viel Geld. Weil die elektronischen Bauteile wie Prozessoren mehr und mehr miniaturisiert werden konnten, sind auch die Dimensionen der Supercomputer deutlich geschrumpft. Ihre Größe kommt heute eher einem Kleiderschrank gleich, und auch ihr Preis fällt im Vergleich zu früher erheblich geringer aus.
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