Microsoft veröffentlicht Service Pack 3 für Windows XP
Eigentlich wollte Microsoft den Vertrieb von seinem Betriebssystem Windows XP Anfang des Jahres auslaufen lassen. Auch der Support sollte längst eingestellt sein. Wie gesagt: Eigentlich. Denn viele Nutzer boykottieren die neue Version von Microsofts Betriebssystem, Windows Vista, aufgrund zu hoher Systemanforderungen, komplizierter Preisstruktur und anderen Gründen. Deshalb sah sich der Softwarekonzern aus Redmond gezwungen, doch noch ein neues Service Pack für Windows XP zu veröffentlichen.
Fast vier Jahre liegen zwischen der Veröffentlichung des Service Pack 2 im Sommer 2004 und der Veröffentlichung des Service Pack 3 am heutigen Dienstag (29. April). Im Gegensatz zu seinem Vorgänger bringt das Service Pack 3 weniger neue Funktionen mit als dass es vielmehr die bisher erschienen Sicherheitsupdates zusammenfasst. Immerhin musste man zuletzt bei einer kompletten Neuinstallation von XP mit Service Pack 2 knapp 100 Updates installieren.
Die Installation
Bevor Sie die Installation starten können, müssen Sie natürlich zuerst einmal die 313 Megabyte große Installationsdatei herunterladen. Sie sollten aber bedenken, dass das Update einige Zeit beansprucht. Auf meinem – zugegebenermaßen schon etwas älteren – Notebook (Baujahr 2003) hat die Installation über zweieinhalb Stunden gedauert.
Nach der Installation spürt man zunächst nicht, dass sich etwas verändert hatte. Nur der Neustart dauerte ein wenig länger als ich es sonst gewohnt bin (beim nächsten Systemstart geht es – zumindest gefühlt – sogar etwas schneller). Erst ein Blick in die Systemeigenschaften konnte mich davon überzeugen, dass nun wirklich das dritte Service Pack auf meinem Rechner werkelt.
Die neuen Funktionen
Microsoft betont immer wieder, dass das Service Pack keine Angleichung von XP an Vista sein soll. Letztendlich wurden dann zwar doch einige Funktionen von Vista “kopiert”, aber nach größeren Updates wie zum Beispiel Internet Explorer 7 oder Windows Media Player 11 sucht man nach der Installation des Service Pack 3 weiterhin vergeblich und muss sich die Updates weiterhin manuell herunterladen.
Die meisten Veränderungen betreffen die Netzwerkanbindung und das Sicherheitscenter. So wurde die Unterstützung von WPA2 (Wi-Fi Protected Access 2, eine Verschlüsselungsmethode für drahtlose Netzwerke) endlich standardmäßig integriert (bisher war dies nur über einen Patch möglich, der nicht automatisch installiert wurde) und auch das sogenannte NAP ist nun unter XP zu finden. NAP bedeutet “Network Access Protection” und gehört zu den wenigen Funktionen, die von Windows Vista übernommen wurden. Damit ist es möglich, die Sicherheitsvorgaben des Computers leicht zu verändern, um das Netzwerken mit anderen Computern, auf denen Windows XP, Vista oder Server 2008 (letzteres soll im Herbst 2008 erscheinen) installiert ist, zu vereinfachen.
Im Bereich des Sicherheitscenters wurden hauptsächlich neue Hilfetexte eingesetzt, die den Anwender davor bewahren sollen, falsche (und damit sicherheitsgefährdende) Einstellungen zu machen.
Eine ebenso längst fällig gewordene Integration ist die des “Windows Installer 3.1″. Diese Version ist nötig um die Updates zu installieren; allerdings musste sie nach Neuinstallationen von Windows selbst erst heruntergeladen und installiert werden, was die gesamt Installationsdauer natürlich zusätzlich verlängerte.
Das Service Pack 3 liefert auch die “Microsoft Management Console” (MMC) 3.0 mit. Mit dieser Komponente ist es möglich, kleinere Programme für Aufgaben in Netzwerken und Computersystemen auszuführen. Als “Otto Normaluser” benötigt man sie aber eher nicht.
Wichtiger ist jedoch die folgende Neuerung: Nun soll es auch möglich sein, die Windows Installation ohne die Eingabe eines Product Keys durchführen zu können, die allerdings später trotzdem erforderlich ist. Während der Installation des Service Packs müssen Sie übrigens auch nicht den Product Key eingeben. Wohl aber wird dieser erneut auf seine Gültigkeit überprüft.
Lohnt sich das Service Pack überhaupt?
Vielleicht stellen Sie sich jetzt die Frage, ob sich eine Installation des Service Pack 3 überhaupt lohnt, da kaum neue Funktionen mitgeliefert werden. Wir empfehlen Ihnen trotzdem, sich das neue Service Pack zu installieren. Denn damit wird nicht nur die Installation des Betriebssystems einfacher, sondern auch die Wartung.
Zudem wollen Forscher herausgefunden haben, dass mit dem Service Pack 3 eine Geschwindigkeitssteigerung von bis zu zehn Prozent erreicht wurde. Auch soll bei einem Vergleich von zwei baugleichen PCs mit Windows Vista und Windows XP SP3 der Computer, auf dem Windows XP lief, doppelt so schnell wie der Vista-PC gewesen sein. Inwiefern diese Aussagen jedoch der Wahrheit entsprechen, ist nicht genau festzustellen.
Wie wird es mit Windows XP weitergehen?
Das dritte Service Pack für Windows XP soll nun endgültig auch das letzte gewesen sein. Microsoft will noch bis April 2009 Support und bis April 2014 Sicherheitsupdates für Windows XP anbieten. Danach soll Schluss sein; zumal vermutlich bis dahin auch das neue Windows 7 erschienen sein wird.
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