Diese Tools sollte jeder Hobbyfotograf besitzen

Ob man nun zur immer weiter steigenden Zahl an Smartphone-Fotografen gehört, seine Bilder mit der digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) schießt oder  sich mit seinem Gerät in der „Zwischenwelt“ aus System-, Bridge-, oder Kompaktkameras befindet: Die folgenden Tools gehören in jedem Fall dazu, denn sie machen die Arbeit mit den eigenen Werken schneller, vielfältiger oder schlicht einfacher.

1. set.a.light 3D

Die Behauptung, dass Studiofotografie die einfachste Foto-Variante wäre, kann nur von jemandem aufgestellt worden sein, der kaum Studioerfahrung besitzt. Denn selbst wenn man nur vor klassisch-weißem Hintergrund shooten will, ist es ohne Erfahrung unglaublich schwer, Licht und Schatten ins richtige Verhältnis zu rücken oder zu eliminieren.

Genau hier setzt set.a.light 3D an. Zwar nicht kostenlos, ist das Programm jedoch eine unschätzbare Hilfe für die Fotobeleuchtung. Denn es ermöglicht die virtuelle Simulation eines Studios samt Beleuchtung. Der sichtbarste Vorteil: Man kann schon im Shooting-Vorfeld das Licht minutiös durchplanen. Daneben ermöglicht das Tool es aber auch, unzählige Varianten durchzuprobieren, mit Farben, Bauweisen und Lichtstärken zu spielen und so ohne Neukauf von Equipment neue Ideen zu bekommen.

Preis: 39,70€

2. PhotoPills

Lange Jahre mussten sich Outdoor-Fotografen entweder dem Zufall überlassen oder staubtrockene Laufpläne von Sonne, Mond und Sternen pauken. Seit es jedoch PhotoPills für iOS und Android gibt, ist das vorbei, denn dabei handelt es sich um einen echten Naturlicht-Tausendsassa. Das Programm kann einem für jeden Ort Sonnen- und Mondstände zeigen. Es errechnet ebenso blaue und goldene Stunden.

Hinzu ist es auch ein mächtiges Tool für alle, die Sterne fotografieren möchten, denn PhotoPills zeigt auch die Position der Milchstraße zu beliebigen Zeitpunkten und greift dazu als Augmented-Reality-Funktion auf die Handykamera zurück. Obendrein kann man auch noch Locations und deren Licht-Settings abspeichern, womit typische „eins in einer Million“-Momente der Vergangenheit angehören.

Preis: ca. 10€

3. Gimp

Goldstandard der Bildbearbeitung ist Photoshop. Doch so umfangreich das Programm auch ist, es ist eben nicht kostenlos, sondern im „Profi-Preisbereich“. Damit kommen wir direkt zu GIMP. Diese Open-Source-Software kann prinzipiell alles, was auch das kommerzielle Vorbild kann –  als Plus gibt es noch die Option, sich durch die große Community noch eine Menge an Erweiterungen herunterzuladen.

Allerdings sind die Erfahrungen mit diesem Tool zwiespältig. Was vor allem daran liegt, dass GIMP nicht so intuitiv zu erlernen ist wie Photoshop und gerade auf Ungeübte unübersichtlich wirken kann. Es ist kein Anfängertool, doch, und da sind sich die User ebenfalls einig, wenn man sich die Zeit nimmt und sich einige YouTube-Tutorials anschaut, sich vielleicht noch in den dazugehörigen Foren austauscht, bekommt man ein Bildbearbeitungsprogramm, das sich vor Photoshop in keinster Weise verstecken muss.

Preis: Kostenlos

4. Applaus

Wenn Digitalfotografie für eines sorgte, dann, dass die Bildmenge exponentiell angestiegen ist. Von einer kleinen Nachmittags-Session 300 Fotos mitzubringen, ist eher Regel als Ausnahme. Und genau das sorgt dafür, dass das Betrachten am Computerbildschirm bestenfalls unübersichtlich wird.

Hier setzt der Applaus! Foto-Manager an. Er ermöglicht es über eine datenbankgestützte Bildverwaltung alle Fotos nicht nur zu betrachten, sondern zu beschreiben, zu benoten, mit macht es einfach, auch aus tausenden Bildern umfassenden Kollektionen immer das Gesuchte herauszufinden – auch nach Jahren.

Preis: 29,99 Euro

5. IrfanView

Zu den Windows-Bordmitteln gehört die Fotoanzeige. Und sofern man normalgroße Bilder in Standardformaten wie .jpeg betrachten möchte, reicht dieses Tool auch völlig aus – damit sind beispielsweise schon die meisten Handyfotografen bestens bedient.

Wer allerdings im RAW-Format fotografiert und damit Bilder produziert, die pro Stück Dateigrößen weit jenseits der 50MB auf die Festplatte laden, geht das Microsoft-Programm gnadenlos in die Knie. Für diesen Fall sollte man sich IrfanView herunterladen. Das Programm gibt es sowohl in einer 32- wie 64-Bit-Version und zudem lassen sich Codecs für praktisch alle bekannten Bildformate herunterladen. Damit bekommt man einen bewusst einfach gehaltenen Bildbetrachter, der sich ebenso leicht bedienen lässt, wie das Windows-Tool, bloß eben keine Schwierigkeiten auch mit größten Fotos hat – selbst da lässt sich in Sekundenbruchteilen von einem Bild zum nächsten klicken.

Preis: Kostenlos

6. Ant Renamer

DSC_10459.NEF – die typische Bildbezeichnung, wenn man eine Nikon-DSLR die Fotos einfach nach der Reihenfolge benennen lässt. Und hier kommt wieder das Problem der hohen Fotomengen zum Tragen. Denn spätestens, wenn man anderen ermöglichen möchte, eine Auswahl zu treffen, sind die ellenlangen kryptischen Titel bestenfalls ein Risiko für Zahlendreher.

All das lässt sich mit dem Ant Renamer vermeiden. Er ist nichts anderes, als ein quelloffenes Tool, mit dessen Hilfe sich beliebig große Mengen an Dateien umbenennen lassen (nicht nur Fotos). Wie der Name lautet, kann man völlig frei entscheiden – und es auch dem Renamer überlassen, ob und in welcher Form die Durchnummerierung erfolgt.

Preis: Kostenlos

7. EoP: Photography

Ob Smartphone oder High-End-DSLR: Als Fotograf hat man heute immer die Option, die Automatik einzuschalten und das Gerät das Beste aus jeder fotografischen Situation machen zu lassen. Künstlerisch ist das allerdings nicht. Und es produziert auch nicht die für die jeweilige Lage optimalsten oder schönsten Fotos, sondern eben nur „Automatikware“. Doch wer mehr will, muss sich durch umfangreiche Einstellungsoptionen kämpfen und selbst wenn er all das blindlings bedienen kann, immer noch Tabellen wälzen, um die Zusammenhänge zwischen Brennweite, Blende und Belichtungszeit richtig hinzubekommen.

All das nimmt einem EoP: Photography ab. Das Tool ist quasi der „Erklärbär“ unter den Foto-Apps. Es zeigt einem nicht nur, wo man ein bestimmtes Motiv fokussieren sollte, sondern übernimmt auch Berechnungen, macht Vorschläge anhand des Umgebungslichtes und enthält sogar ein kleines Wissensquiz, mit dem man das Erlernte rekapitulieren kann – und das alles explizit ohne große Textmengen, sondern anhand knackiger Beispiele. Einziger Nachteil: Die App ist nur für Android verfügbar.

8. Weather Underground

Wie wird morgen beim Shooting das Wetter sein?“ ist die große Frage vieler Fotografen. Und ein regelrechter Berg an Wetter-Apps nimmt für sich in Anspruch, sie ausführlich und unfehlbar zu beantworten – leider zeigt sich in der Praxis jedoch nur allzu oft, dass das Gegenteil der Fall ist. Das liegt daran, dass sich die meisten Apps auf wenige offizielle Datenquellen stützen. Bloß können die nur generelle Vorhersagen für ein recht weitläufiges Gebiet geben, wo das tatsächliche Wetter oft ein lokal sehr eng begrenztes, mikroklimatisches Ereignis ist.

Genau dieser Tatsache trägt die App Weather Underground Rechnung. Sie ist für Android und iOS erhältlich und stützt sich eben nicht nur auf die „üblichen Verdächtigen“ der Datenlieferanten, sondern präzisiert die Vorhersagen durch Rückgriff auf über 200.000 private Wetterstationen rund um den Globus. Das ermöglicht es einem, auch für klassische Locations „mitten im Nirgendwo“ eine ebenso zuverlässige Wettervorhersage zu bekommen, wie für Großstädte. Als zusätzliche Gadgets gibt’s die Möglichkeit für Wetterwarnungen, Radaransichten, Karten-Überblicke lokaler Wetterstationen und diverse Widgets.

Preis: Kostenlos

9. PhotoZoom

Beiden Problemen nimmt sich PhotoZoom an. Denn das Programm kann Pixelzahlen hochrechnen und erlaubt es so, Fotos ohne Qualitätsverluste wesentlich größer zu machen als das Ausgangsmaterial. In der aktuellen Version, die für Windows und Mac erhältlich ist, können so maximal 300.000×300.000 große Fotos erstellt werden (das sind 90.000 Mega- bzw. 90 Gigapixel!). Das würde sogar ausreichen, um Plakate zu erstellen, deren Kantenlänge jedes Einfamilienhaus bedecken würde.

Preis: 69€

Bildquellen:
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